21. März 2020: Heinrich-Heine-Chor trifft Gregor Praml

trenner-rot Samstag, 21. März 2020 *)
Orangerie im Günthersburgpark, Comeniusstraße 39, 60389 Frankfurt

Heinrich-Heine-Chor trifft Gregor Praml
THE TIMES THEY ARE A-CHANGIN‘

Heinrich-Heine-Chor Frankfurt
Leitung Wolfgang Barina
Gregor Praml, Kontrabass und loop machine

„Männerchor und Kontrabass-Soli im Wechsel und Zusammenspiel. Bert Brecht meets Bob Dylan und Heinrich Heine, Felix Mendelssohn verbündet sich mit Billie Holiday gegen Robert Schumann, Pete Seeger probt den Aufstand gegen Mikis Theodorakis und Pablo Neruda. Deutsche Seele, deutscher Wald vs. „Donner La Parole“: The Times They are a-Changin‘“

*) Uhrzeit und weitere Informationen rechtzeitig unter
http://www.heinrich-heine-chor.de
http://www.gregorpraml.de

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8. April 2020: Andreas Scheufler’s FRITTENMONI

trenner-rot Mittwoch, 8. April, 20 Uhr
Neues Theater, Emmerich-Josef-Straße 46a, Frankfurt-HÖCHST

Andreas Scheufler’s
FRITTENMONI

Salome Kammer, Sopran
Daniel Pohnert, Bariton
Timon Führ, Bariton
Chor
Musiker der Kammerphilharmonie Frankfurt
Ltg. Nicolai Bernstein

„Psychiatrie ist überall, nicht nur in der psychiatrischen Abteilung der Kliniken Höchst. Aber dort hat Andreas August Scheufler seine Inspirationen für seine „Frittenmoni“ her. 20 Jahre arbeitete er dort als Pfleger Andreas und fragte sich nicht nur einmal, wer hier verrückt ist und wer nicht. Das ist auch Thema im Stück, in dem sich Pfleger Raimund in die Patientin Melusine verliebt, für sie seine berufliche Existenz aufgibt und alles natürlich tragisch endet. Scheufler hat Kunst und Musik studiert, ist u.a. als Sänger mit der Frankfurt City Bluesband on the road und hat nun eine 300-seitige Partitur geschrieben. Manchmal tönt´s wie „Dreigroschenoper“, ein andermal wird geschmachtet wie in Strauss‘ „Rosenkavalier“.“

Karten zu 23,30 und 21,10 Euro, s.
https://www.neues-theater.de/programm/alle-veranstaltungen/august-scheufler-frittenmoni-1072

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Ausstellung „UNBEKANNT – Farbholzschnitte vom Anfang des 20. Jahrhunderts“

Samstag, 18. April 2020 (Eröffnung)
Ausstellung bis Juni 2020
Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim, Hauptmann-Scheuermann-Weg 4, 65428 RÜSSELSHEIM

UNBEKANNT
Farbholzschnitte vom Anfang des 20. Jahrhunderts

Hans Neumann jr.: Ridda (Farbholzschnitt 1903)

Hans Neumann jr.: Ridda (Farbholzschnitt 1903)

Unbekannt sind sie den meisten, denn wer kennt sie außerhalb von Sammlerkreisen: Helene Maß, Siegfried Berndt, Margarethe Gerhardt und all die anderen Namen von Künstlerinnen und Künstlern, die verbindet, dass sie sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts dem Farbholzschnitt verschrieben hatten.

Lange verstellte der Fokus auf den Holzschnitt der Expressionisten den Blick auf sie. Vom japanischen Farbholzschnitt inspiriert, gab diese Künstlergeneration dem Medium ein neues Gesicht: Sie betonten die Fläche, bevorzugten stark wirkende Farben, entdeckten neue Aspekte der Bildkomposition, ungewohnte Blickwinkel, konfrontierten Nähe und Ferne. Eine zeitlose Modernität resultiert hieraus und begründet die Faszination, die von diesen Blättern ausgeht.

Aus drei privaten Sammlungen im Rhein-Main-Gebiet stammen die Farbholzschnitte vom
Anfang des 20. Jahrhunderts, die der Kunstverein Rüsselsheim von April bis Juni 2020
zeigen wird.

http://www.kunstvereinruesselsheim.de
http://www.wolfgang-barina.de/kunst/sammlung/farbschnitte/

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Richard Köhler: Mischwald 2019

Freitag, 6. Dezember 2019, 19 Uhr (Eröffnung)
Gallus Theater, Kleyerstr. 15, 60326 Frankfurt

Richard Köhler
MISCHWALD 2019
Bilder

Ausstellung bis 11.1.2020
Öffnungszeiten:
Mo-Fr, 14-18 Uhr
und zu den Theaterveranstaltungen
http://www.gallustheater.de/2019/12/rkohle3.php

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Heinrich-Heine-Chor: LIEBES-, LASTER-, LEBENSGESÄNGE

Freitag, 13. Dezember, 20 Uhr (Einlass 19:30 Uhr)
Mausoleum im Schlosspark, Zugang über Schloßgartenstr., 63075 RUMPENHEIM

Wolf-Dieter Köster & friends
LIEBES-, LASTER-, LEBENSGESÄNGE
Zum 222. Geburtstag von Heinrich Heine

Wolf-Dieter Köster, Klavier, Gitarre und Gesang
Heinrich-Heine-Chor Frankfurt
Marcus Plath, Rezitation

„Heinrich Heine wurde am 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf geboren. Den 200. Geburtstag kann jeder feiern. Wolf­-Dieter Köster würdigt gemeinsam mit dem Heinrich­-Heine­-Chor und dem Rezitator Marcus Plath den Dichter, Satiriker und Polemiker im 222. Jahr seiner Geburt.

Seit Wolf-­Dieter Köster als Mitglied des Heinrich-­Heine-­Chors an der Aufführung „Der Rabbi von Bacharach“ des Theaters Willy Praml mitwirkte, ließ der Dichter ihn nicht mehr los. Fasziniert von Heines feinsinnigem Humor und den oft unerwarteten Schlusspointen vieler Gedichte bringt Köster diese musikalisch zum Klin­gen. Vor allem die Liebesgedichte, changierend zwischen Witz und Melancholie, Verspieltheit und Ernst, Harmlosigkeit und Tief­gang, haben es ihm angetan. An Klavier und Gitarre singt, spricht und haucht er einen bisher so nicht gehörten Heinrich Heine. Seine Vertonungen bewegen sich im Rahmen von Bossa und Balladen, ein bisschen jazzig mit Fingerpicking.

Stimmgewaltig unterstützt wird Köster vom Frankfurter Heinrich­-Heine­-Chor, der 2013 als Projektchor für Aufführungen des „Theater Willy Praml“ in Frankfurt entstanden ist sowie von Marcus Plath, der mit sonorer Stimme Heine-Texte vortragen wird. Der Männerchor pflegt u.a. ein Repertoire aus der deutschen Romantik, u.a. mit Vertonungen der Lyrik von Heinrich Heine.“

Karten zu 15 Euro
online https://www.universe.com/explore?ll=50.09564%2C8.77608
und an den bekanten Vorverkaufsstellen in Offenbach
sowie Abendkasse

http://www.ruk-ev.de/veranstaltungen/wolf-dieter-koster/

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KRAUTREPORTER: Schleichwege zur klassischen Musik (Folgen 1-10)

Auf der Plattform Krautreporter ist eine sehr lesenswerte, zehnteilige Artikelserie mit Hörbeispielen erschienen, die dazu auffordert und anregt, die Scheu vor „klassischer Musik“ abzulegen und sich unbefangen und vorurteilsfrei damit zu beschäftigen.

Der 10. und letzte Beitrag ist gerade erschienen unter https://krautreporter.de/3084-die-klassik-formel.

Danke und großes Lob für die Serie insgesamt, vor allem für den Versuch, Leute zu interessieren, die unbegreiflicherweise bei Literatur und vielleicht auch noch Bildender Kunst durchaus  quer durch die Epochen über einen sehr kompetenten und profunden Verständnis- und Interpretationshorizont verfügen, bei Musik aus der gleichen Zeit aber komplett passen.

Ich habe einmal einer Arbeitskollegin aus  einem nicht-musikalischen Zusammenhang, die selbst malt, den Besuch der „Nase“ von Schostakowitsch in der Frankfurter Oper empfohlen. Die kam fast geschockt und verständnislos heraus, sie fand das 1930 uraufgeführte Stück „zu modern“, wobei ich denke, dass  nur das Lesen der Gogol-Erzählung aus dem Jahr 1836(!) nicht diese Reaktion ausgelöst hätte. Für die Literatur hätte der Kompass gereicht, nicht aber für Musik. Leider habe ich dann meinen eigenen pädagogischen Versuch vermasselt, indem ich etwas undiplomatisch festgestellt habe, dass man ihre musikalische Bildung  vergleichen könne mit Menschen, die beim Lesen nicht über comic strips hinaus gekommen sind. Eigentlich wollte ich  sie damit einleitend zur gleichen Erkenntnis  führen, die auch den o.a. Krautreporter-Artikel leitet: man muss  Musik(hören) lernen wie man auch Lesen und Rechnen lernt. Schritt für Schritt, Wort für Wort, Satz für Satz. Mit 6-8 Wochenstunden Musik in der Schule kommt man selbstverständlich auf ähnliche Bildungsergebnisse wie in der Mathematik oder im Deutschunterrricht. Leider konnte ich die Kollegin mit meinem Vergleich nicht dazu bewegen, ein paar Stunden Musik in der Woche zu belegen, sie zog vielmehr eher etwas verschnupft und beleidigt von dannen. Da macht es diese Artikelserie schon deutlich besser als ich. Daher nochmals Danke.

PS: Ich unterstütze die „Krautreporter“ durch einen jährlichen Mitgliedsbeitrag.

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An den Ufern der Poesie 2019

10. August bis 1. September
Verschiedene Orte und Spielstätten auf beiden Seiten des Oberen Mittelrheintals

AN DEN UFERN DER POESIE
Theaterfestival für rheinsüchtige Melancholiker

… mit Heinrich Heine („Der Rabbi von Bachrach“), Karoline von Günderode, E.T.A. Hoffmann, Franz Schubert, Georg Büchner & Christa Wolf

https://www.mittelrheinfestival-poesie.com

Einzeltermine s.a. http://www. wolfgang-barina.de/aktuell

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Sammlerschoten(1): Gyula Conrad, Tengerpart (Meeresufer)

Gyula Conrad (Budapest 25.6.1877 – 26.6.1959)
Tengerpart (Meeresufer)

Farbholzschnitt in 5 Farben
Plattengröße 32 x 22 cm
Entstehungsjahr: 1910
Provenienz: Flohmarkt Budapest, September 1994

September 1994, Budapest, Ecseri-Flohmarkt:

Eine zurückhaltende, bürgerlich wirkende Dame, keinesfalls eine Trödlerin, bietet einen Farbholzschnitt an, der auf uns irgendwie „japanisch“ wirkt. Sie steht an einem der von Privatleuten für gelegentliche Verkäufe verfügbaren Tische und hat wenig mehr dabei als ein paar kleinere Grafiken. Wir überlegen kurz, ob man für so etwas umgerechnet stolze 30 DM ausgeben muss. Am Ende kaufen wir das Bild doch. Die Dame schreibt etwas in ein liniertes Schulheft, vielleicht verkauft sie für Nachbarn und Bekannte. Über den möglichen Namen des Künstlers sprechen wir nicht. Es war noch weit vor der Zeit, zu der ich begonnen habe, Verkäufer mit Fragen nach der „Provenienz“ eines Bildes zu löchern – ein Wort, das ich damals überhaupt noch nicht in meinem aktiven Wortschatz hatte – und alles aus Ihnen herauszupressen, was man sonst noch dazu wissen könnte und möglichst noch mehr.

Nach diesem Tag wird das Blatt aber schnell zu einem Paradestück der damals noch kleinen Farbholzschnitt-Sammlung und hängt lange in der originalen Rahmung in der Wohnung. Wir finden es beide absolut schön. Der Künstler bleibt für über ein Jahrzehnt unbekannt. Das Monogramm liest sich – wenn man es weiß – zwar sicher „CG“ oder „GC“, aber es lassen sich mit Phantasie auch andere Buchstaben erraten. Signatur und Bezeichnung sind stark verwischt. Eine Weile träumen wir davon, einen Holzschnitt von Lajos Gulácsy (1882-1932) besitzen, auch wenn Grafiken dieser Art von ihm schon damals nicht nachzuweisen waren. Denn Gulácsy ist ein sehr teurer ungarischer Maler. Der klassische Flohmarkttraum eben.

Aber wir haben keinen Chagall im Trödel gefunden. Wer genau und wann den Schnitt Gyula Conrad zugeordnet hat, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Zunächst ist die Erkenntnis eher ernüchternd. Der Name Conrad sagt uns wenig, auch das um das Jahr 2000 herum zunehmend als Quelle zur Verfügung stehende Internet weist nur belanglose, uns wenig ansprechende Radierungen nach. Immerhin, für kleinste Beträge kaufe ich gelegentlich weitere Arbeiten von Conrad, Radierungen mit italienischen Motiven, auch eher Banales mit typisch ungarischen Szenen oder ein paar Ex libris, später auch antiquarisch Bücher, zu denen Conrad Illutrationen beigetragen hat.

Und es vollzieht sich ausgehend von der Beschäftigung mit dem „Meeresufer“ ein allmählicher und ständig sich vertiefender Einstieg in die ungarische Druckgrafik der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert. Zum Glücksfall werden deutsche und ungarische Kataloge und Publikation zur ungarischen Grafik der Zeit, insbesondere zu Holz- und Linolschnitten im japonistischen Stil, die Anfang der 2010-er Jahre zugänglich werden und durch die Gyula Conrad in bislang unbekannte  Zusammenhänge gestellt wird. Er ist zwar immer noch kein führender Künstler seiner  Zeit, im Gegenteil wird er als Autodidakt bezeichnet und deutlich in die zweite Reihe gestellt, aber doch hat er sich aus einem Kreis von Künstlern um den Maler, Grafiker und Lehrer Viktor Olgyai heraus, in Ungarn anfangs des 20. Jahrhunderts wohl am intensivsten mit der Technik und den Möglichkeiten gerade des Farbholzschnittes befasst. Und er traut sich auf Reisen und zu Aufenthalten in Paris, München, London und Italien.

Seine Arbeiten sind zahlreich und weitgehend vollständig in der grafischen Sammlung der Ungarischen Nationalgalerie vertreten, ohne dass sie über Fachpublikationen hinaus bislang Beachtung fänden. Die Blätter sind stilistisch verschieden, auch die künstlerische Qualität streut stark. Es gibt eine Reihe ganz starker Arbeiten aus allen Bereichen, Radierung, Holzschnitt und auch Lithografie, aber auch viel Unscheinbares, Belangloses, Triviales. Und ein guter Maler scheint Conrad eher nicht gewesen zu sein.

Doch keiner seiner sonstigen Farbholzschnitte kommt auch nur annähernd an das „Meeresufer“ heran. Das Blatt hat eine Sonderstellung in Conrads Oeuvre und am Ende auch in der Sammlung Barina, stellt es doch aus heutiger Sicht einen der Ausgangspunkte der Sammlung insgesamt dar. Mit zunehmendem Wissen um seine Bedeutung wurde es im  Laufe der Zeit gelegentlich „umgebettet“. Zuerst wurde der alte Rahmen vom Flohmarkt zwar beibehalten, in dem der Druck mit der Scheibe direkt Kontakt hatte, und nur die alte Rückenpappe durch säurefreies Material ersetzt. Zwischenzeitlich musste aber auch der alte Rahmen weichen und wurde ein Passepartout beigegeben, das für Abstand zwischen Druck und dem Museumsglas mit UV-Schutz vor Verblassen sorgt.

Denn über den ganz persönlichen und sammlerischen Wert des Blattes sowie die mögliche Stellung innerhalb der ungarischen grafischen Kunst hinaus, hat sich bei den Recherchen noch etwas völlig Überraschendes ergeben: Es könnte sich um den einzig erhaltenen Abzug handeln. Bislang beruhen alle Kenntnisse der ungarischen Kunstwissenschaftlicher, die sich mit Conrad befassen, zu diesem Druck auf der Beschreibung und schwarz-weiß-Abbildung in einer Ausgabe der Budapester Zeitschrit „Vásárnapi Ujság“ (Sonntagsneuigkeiten) von 1910. Ein weiteres Original in Farbe ist bislang nicht bekannt.

Im September 1994 beginnt also doch ein Sammlertraum.

WB – 15.4.2019

Links

Weitere Farbholzschnitte von Gyula Conrad in der Sammlung Barina

Alle Arbeiten von Gyula Conrad in der Sammlung Barina
http://www.wolfgang-barina.de/kunst/sammlung/kuenstler_af.html#Conrad

Ungarischer wikipedia-Beitrag zu Gyula Conrad
https://hu.wikipedia.org/wiki/Conrad_Gyula

Literatur

  • Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen und Ungarische Nationalgalerie Budapest (Hrg.): In ruhigem Wasser. Holz- und Linolschnitte des ungarischen Jugenstils aus der Sammlung des Ungarischen Nationalgalerie und der Akademie der Bildenden Künste Budapest. ISBN 3-933820-84-7
  • Miskolci Galéria (Hrg.): A modern magyar fa- és linometszés 1890-1950 (Der moderne ungarische Holz- und Linolschnitt 1890-1950*). A Miskolci Galéria Könyvei 22, 2005. ISBN 963-85393-1-3 (English summary S. 311-313)
  • Földi, Eszter: A képzőművészet mostohagyermeke. A magyar művészgrafika kezdetei 1890-1914 (Das Stiefkind der Bildenden Kunst. Die Anfänge der ungarischen Kunstgrafik 1890-1914*). L’Harmattan Kiadó, Budapest 2013.
    ISBN 978-615-5436-03-1
  • Vasárnapi Ujság: A grafikai művészet technikái és hivatása (Die Techniken und der Beruf der grafischen Kunst*). Heft 19, 8. Mai 1910, S. 389-393

* Liegt nur in ungarischer Sprache vor, Übersetzung der Titel zur Orientierung.

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Wein-Tagebuch umgezogen

Ab sofort unter www.wolfgang-barina.de/wein2018.

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WEIN (4): Dem Stock Nr. 7 zum Abschied tief in die Augen geschaut

7. April 2018

Stock Nr. 7 in der äußeren rechten Reihe hat ab sofort ein grünes Schleifchen und steht unter besonderer und dauerhafter Beobachtung.

Leider haben unsere – gleichwohl selbst gewählten – Lebensumstände zur Folge, dass wir den Weingarten erst im Juni wiedersehen, morgen geht es zurück nach Frankfurt. Hier an den Weinstöcken werden sich in den kommenden Wochen wundersame Dinge ereignen, die aber unsere Anwesenheit nicht zwingend erforderlich machen.

Ich dokumentiere jetzt abschließend auf Fotos den heutigen Entwicklungsstand von Stock Nr. 7, beispielhaft für alle übrigen. Nach Rückkehr im Juni  fotografiere ich die gleichen Stellen, so dass man wird sehen können, was in der Zwischenzeit passiert ist. Nr. 7 wird dann nicht wieder zu erkennen sein.

Heute präsentiert er sich noch als nacktes, laubloses Holzstäbchen, das aus einem etwa 60 cm hohen strubbeligen, verholzten Stamm herauswächst und leblos wirkt. Aber aus vielen Schnitten am Stock, die wir mit der Rebschere hinterlassen haben, tropft glasklarer Saft. Der Stock ist aktiv, die Wurzeln drängeln.

Auf der gebogenen Rute von Nr. 7 gibt es Verdickungen im unregelmäßigen Abstand von 7-12 Zentimetern („Internodien“). Wer genau hinsieht erkennt, dass diese „Augen“ schon anschwellen. Sie sind noch ein gutes Stück vor dem Aufplatzen und der Entwicklung neuer Triebe, Blüten und Blätter, aber doch deutlich über die Winterruhe hinaus. Als Nr. 7 im vergangen Jahr noch ungebogen und senkrecht zwischen den Drähten stand,  waren dort wo jetzt die Augen sind, Blattansätze oder Trauben. Für dem jeweiligen Entwicklungsstand eines Rebstockes im Verlauf des Jahres gibt in der Welt der Winzer jede Menge Bezeichnungen, sogar einen Zahlen-Code (s. https://de.m.wikipedia.org/wiki/BBCH-Skala_für_Weinreben), wir sind jetzt etwa bei „01“. Feine Differenzierungen sind für den Erwerbswinzer so wichtig wie die 1.000 Arten von Schnee für den Inuit, er muss spezifisch und schnell auf jede Störung beim Pflanzenwachstum reagieren. Weil wir keine Eskimos sind, belassen wir es für uns bei grobschlächtigen  Vereinfachungen wie eben Auge, Knospe, Blüte, Blätter, Trauben.

Wie wird Nr. 7 im Juni aussehen und was passiert bis dahin? Aus jedem Auge wird eine Knospe geworden sein, die aufplatzt, kleine zartgrün pelzige Triebe brechen hervor, an der Spitze zunächst noch eingerollte Blätter, aber mittendrin auch schon das „Geschein“, die Vorform der Blüte. Genau in diesem Moment bitte keinen Nachtfrost, sonst stirbt der Trieb ab. Der Stock rettet sich zwar, indem er „schlafende Augen“ aktiviert und noch einmal austreibt. Den daraus entstehenden Trauben fehlen aber im Herbst des Jahres wichtige Tage oder gar Wochen zum Ausreifen. „Time is sugar“, keine Frage.

Wenn die Gescheine diese kritische Phase überstanden haben, werden sie sich grazil entfalten, über dem Weingarten liegt ein dezenter Blütenduft. Die Triebe haben sich lang gestreckt und tragen Blätter. Man freut sich, hantiert aber besser nicht allzu viel an den Pflanzen herum, denn es droht ohnehin schon die „Verrieselung“ durch Wind, Starkregen und Hagel. Erst wenn die winzigen Fruchtansätze nach Wochen zu schrotkorngroßen grasgrünen Beeren geworden sind, die von gesunden Blättern ernährt werden, ist das Gröbste für dieses Jahr geschafft, von alleine fällt nicht mehr herunter. Dann müssen die Trauben nur noch mit viel Sonne ausreifen und nicht vom Fuchs gefressen werden.

Ich gehe davon aus, dass bis Ende Juni die eigentliche Blüte abgeschlossen ist und man den Trieben, von denen heute noch nicht eine Spur zu sehen ist, ab Mai beim Wachsen zusehen kann. Sie werden schnell 80, 120, 140 cm lang sein und hätten schon längst am Draht festgebunden werden müssen, damit sie möglichst gerade nach oben wachsen. Da können wir aber nur auf den lieben Nachbarn hoffen, der täglich unser Grundstück auf dem Weg zu seinem Garten quert und den die nicht zu übersehende Haltlosigkeit unserer nach unten hängenden Triebe dauert. Er gibt ihnen mitunter um die Blüte herum auch etwas von seiner Spritzbrühe ab. Unsere Rebsorte ist zwar der Papierform nach pilztolerant, aber unverwundbar ist sie in keinem Fall.

Die Triebe werden übrigens im unregelmäßigen Abstand von 7-12 Zentimetern Verdickungen haben. An der ersten und zweiten Verdickung werden Blätter stehen, an der dritten und vierten die Fruchtansätze, an der fünften und allen folgenden wieder Blätter. Im kommenden Winter fallen die Blätter ab und das nackte Holz bleibt stehen. Zurecht gestutzt kann daraus wieder so eine gebogene Rute werden wie sie hier am Anfang beschrieben ist. Alles beginnt von vorne.

In diesem Juni werden wir aber erst einmal überschüssige Triebe „ausbrechen“. Heute hat der Stock nämlich noch alle möglichen Augen und Knospen, die wir auf keinen Fall alle brauchen und wollen. So eine Art Sicherheitsreserve, siehe Frost, Hagel und Verrieselung.

Mit diesen Vorhersagen und Hoffnungen lassen wir also Nr. 7 und seine 110 Brüderchen und Schwesterchen auf sich alleine „und uns‘ren lieben Nachbarn auch“ gestellt zurück und verabschieden uns.

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