Von Jordi Savall lernen heißt …………

25. Januar 2017

Jedes Konzert von Jordi Savall ist Balsam für die Seele. Fast grenzenlose Perfektion und Charisma kommen daher wie nette Beiläufigkeiten. Alles ist wie selbstverständlich bei sich, alles organisch und unverstellt, ohne theoretisierenden Überbau, pragmatisch im hier und jetzt. Hirn trifft Bauch. (Spiel)technische Schwierigkeiten hat nur das Publikum bei der Einnahme der Sitzplätze.

Savall nimmt sich die Freiheit, Stücke ganz anders zu spielen als andere es sich zu trauen und denken wagen würden. Vielleicht hat er nur das Glück, als Hispanier die traditionelle spanische Musik der Renaissance und des Barock gleich aus zwei Richtungen aufladen und dynamisieren zu können: mit aus Lateinamerika importierten musikalischen Elementen sowie mit dem Erbe von Al-Andalus. Aber das greift zu kurz: er ist vor allem ein Musiker, der sich Material grundsätzlich nach eigenem Gusto für sich selbst zurechtlegt, arrangiert und bearbeitet. Dies feststellen und betonen zu müssen ist beinahe eine Bankrotterklärung für den üblichen Musiktertypus des normalen Musikbetriebs, in dem der Eingriff in Kompositionen und das Collagieren von Material ein Tabu sind.

Man mag gerne darüber streiten, ob der Eingriff von Musikern in eine Komposition legitim oder strafbar ist, aber  Musizieren heißt immer Material und Idee zu interpretieren und das in deutlich weiterem Sinne, als wir es uns in ziemlich kleinlicher Weise gestatten oder zugeben. Sehr lange Zeit wurden mit der Notenschrift nur Material und Ideen skizziert, nicht notiert wurde dagegen Verständnis darüber, was damit zu tun ist und welche Freiheiten ich als Musizierender habe und auch nutzen soll(!).

Liquidationsverkauf

St. Gallen/Ostschweiz, 13. Januar 2017

Ein Schild im Schaufenster: „LIQUIDATIONSVERKAUF!!!“

„….. ist ja prima“, sagt der Kunde, „wenn der so stark herunter gesetzt ist, hätte ich gerne den gelben Pullover da“. „Kein Problem,“, antwortet der Verkäufer, „stellen Sie sich einfach dort an die Wand!“

Wort des Tages (1 und 2)

10. Januar 2017

  • Real gerade erlebt: SENIORENGYMASTIK. Puh, aber da kommen wir alle mal hin.
  •  Gestern im TV innerhalb einer Doku über die Drehorte von „Der Dritte Mann“ in Wien: KANALFORELLE. Daraus könnte  man ein Rätsel machen, aber wahrscheinlich ist das doch zu einfach. Guten Appetit und Mahlzeit bei diesem Leckerbissen aus Nachkriegsmangelzeiten.

Kein Freihandelsabkommen mit den USA!

22. Januar 2014

Egal von welcher Seite man es betrachtet, die Aussicht auf das von der EU derzeit verhandelte Freihandelsabkommen mit der USA bereitet mir und vielen anderen Mitbürgern großes Unbehagen. Hauptbedenken sind Intransparenz und geheime Verhandlungsführung und dass von den Lobbyisten in Brüssel die Befürchtungen und Interessen der einzelnen Bürger und der Zivilgesellschaft hinter die Profitinteressen global operierende Konzerne zurückgestellt und demokratische Legitimations- und Beteiligungprozesse ausgehebelt werden (Stichworte: Investoren- vor Verbraucher- und Umweltschutz, Fracking, Gentechnik, industrielle Lebensmittel).

Ich schließe mich den Befürchtungen und Forderungen nach mehr Transparenz und Aussetzung der Verhandlungen in Zeiten der NSA- und anderen Skandale an und habe bereits den Appell unter https://www.campact.de/ttip/ unterzeichnet.

Die WEIDA-Saga (3)

Es gibt ein Leben nach Frau Wolf.  Nur die Speisekarte ist neu und die Abtrennung zum ehemaligen Raucherseparéé ist weg. Sonst nix umgebaut, nix überstrichen. Wahrscheinlich ist alles mit desinfizierendem Klarlack überzogen und gäste- und genehmigungsbehördensicher mumifiziert.  Allerdings fehlt auf dem Klo der Kleiderständer, dafür gibt es eine Neuerung:

PS: Herr und Frau Wolf waren als Gäste anwesend.

Winzer an Primör: Monarch 2012

Mucsi/Ungarn, 27. September 2012:

Nach 10 Tagen auf der Maische endlich den neuen Jahrgang abgepresst und in ein niegelnagelschickes kleines Barrique-Fass abgefüllt.

Ausgangswerte: um die 110 Grad Oechsle bzw. 20-21 Grad KNM.
Endwerte: Farbe, Farbe, Farbe, Kirsch, Kirsch, Kirsch.

Man ist stolz. Jetzt noch 1 Jahr warten …..

Überraschende Empfehlung

21. Mai 2012

Mehr als Jauch und Sarrazin im TV verdattert mich die überraschende Empfehlung meiner mehr als geschätzten und überaus heilkräftigen Krankengymnastin vom letzten Freitag, ich solle doch mal die „Junge Freiheit“ lesen. Das sei die einzige Zeitung, in der noch was Vernünftiges drin stünde….. Wie ich damit umgehe, weiß ich noch nicht. Andere Krankengymnastin?

Aber es schwant mir, dass auch vollständig ohne Jauch und Sarazzin gewisse Thesen und Denkweisen sehr weit in der „Mehrheits“- und Normalgesellschaft angekommen sind, vor allem bei Jüngeren. Wie man den Leserbriefen des Blattes im www entnehmen kann, auch mit den üblichen antisemitischen, antiislamistischen und schwulenfeindlichen Beimischungen. Und vor allem mit erheblichem und unverblümten Hass auf einen so bezeichneten linksliberalen Multikulturalismus. Das zwingend nächste Schimpfwort und Feindbild sind dann die (Alt)“achtundsechziger“, die der Mehrheitsgesellschaft (offenbar ein zentraler Begriff des aktuellen Neonationalismus, vgl. auch Ungarn) ihr „krankes Weltbild“ aufzwängen. Dass dann das Ganze noch mit Antikapitalismuskritik durchsetzt ist und EU-feindlich macht es auch nicht besser.

Die wütende und teils sehr aggressive Rhetorik erinnert mich allerdings auch stark an den Generationenkonflikt der 60er Jahre, der dann in bekannter Weise eskalierte, mit dem Ergebnis des teilweisen gesellschaftlichen Umbaus und Umdenkens, das nun wieder von den Jüngeren vehement verweigert wird. Manchmal glaube ich, dieser Aspekt ist fast wesentlicher als die dusseligen Thesen von Sarazzin und die Frage „wie halte ich es mit den Salafisten“.

Wenn wir da keine guen Antworten finden und genauso rigide und verbarrikadiert wie unsere Eltern reagieren, werden wir auch nicht weiter kommen als die.

Neues von der OB-Wahl: Klinkentiger putzt Wahnsinn

23. März 2012

Leuten, die partout nicht Boris Rhein wählen wollen, werden jetzt über halbseitige Anzeigen in der FR Motive und Argumente frei Haus geliefert. Da wird mir nur noch schlecht und ich brauch‘ einen dreifachen Feldmannerlunder. Das ist doch einfach pervers. Warum soll ich denn das nächste Mal noch Grün wählen? Da kann ich doch direkt mein Kreuz bei der CDU machen. Übrigens gab es in BW ja namhafte grüne Politiker, die in die CDU gewechselt sind. Herr Klinke, bitte konsequent sein und auf einer öffentlichen gemeinsamen PK mit Boris „Nicht-der-Koch“ Rhein einen Mitgliedsantrag unterschreiben! Möglichst noch vor der OB-Wahl! Nicht so witzig? Geschenkt, aber ein ordentliches „G’schmäckle“ hat es wenigstens, wenn bestens in die real existierenden schwarz-grünen Macht- und Förderstrukturen vernetzte Kulturunternehmer solche Wahlempfehlungen abgeben. Jedem ist der Arsch natürlich näher als die Hose, aber hier droht ein absoluter Reputations- und Glaubwürdigkeitsverlust. Wie blöd kann man eigentlich werden ohne es selbst zu merken, wenn man lange genug in solchen Kreisen verkehrt? Grüne und Klinke auf dem Weg über die Lemmingklippe zum freifallenden Ansehensverlust. Ein Trauerspiel, dass die Grünen bei den nächsten Wahlen teuer bezahlen werden. Wenn sie da nicht schon auf zwei unterschiedliche Listen verteilt kandidieren.

Ganz von tief unten aus dem Bauch noch die Frage: was hätte eigentlich Matthias Beltz gesagt? Aber warum frage ich, mir war ja schon schlecht.