Neuerwerbung September 2026
AUGUST TRUMMER
(*1946)
„Dubrovnik, Festung Lovrijenac“ (1985)
Farblinolschnitt, 14,8 x 21 cm
WVZ 112
Autor: Wolfgang Barina
Warlords an der Frankfurter Mietpreisfront
Frankfurt, im September 2026
Eine bislang normal vermietete Dreizimmer-Wohnung wird filetiert und ausgeschlachtet:
https://we-rooms.de/room/moebliertes-zimmer-mieten-hermannstrasse-nordend-we-rooms-frankfurt/
Esteban Fekete: Die Katze
Neuerwerbung Juli 2026
ESTEBAN FEKETE
(1924 Cinkota bei Budapest – 2009 Dieburg)
„Die Katze“ (1960), Wv 15, Exemplar 16/20
Holzschnitt, ca. 18,5 x 298 cm
Der Wind hat ihr ein Lied erzählt
Weilbach, 23. August 2026
Wir unterschätzen oder ignorieren gerne unseren Geruchssinn. Es ist nicht mehr überlebenswichtig, anhand einer Geruchsspur und entgegen der Windrichtung eine potentielle Beute und Nahrungsquelle aufzuspüren. Auch die Partnersuche und Fortpflanzung funktioniert dank vorher und nach nachher angewandtem Duschgel oder Deo ohne Gerüche. Und dennoch setzt ein plötzlich wahrnehmbarer Geruch starke Gelüste oder Erinnerungen in Gang, derer wir uns nicht entziehen können und wollen. Was in unserer Nase ankommt hat mehr Macht über uns als wir gemeinhin denken und wissen: „Der Wind hat mir ein Lied erzählt…..“? Wir haben aber lange verlernt darauf zu achten, „aus welcher Richtung der Wind weht“. Ja, sogar solche alten Sprichwörter im eigentlichen Sinn des Wortes zu verstehen.
Und was passiert? Wir radeln unvorbereitet und hilflos in das olfaktorische Hoheitsgebiet einer Landmetzgerei. Der Duft nach Räucherkammer und hessischer Fleischwurst vernebelt Sinne und Verkehrstüchtigkeit. Metzgerei Press in Weilbach. Verdammt! Jetzt kühlen Kopf bewahren, Lenker festhalten und zügig weiterfahren. Sonst… Ja, was sonst? Es ist Sonntag, das Geschäft geschlossen, nur die Duftbar zur Straße hin geöffnet. Da ist jetzt gerade keine Beute zu machen. Aber das Wasser läuft mir im Munde zusammen (noch so ein Sprichwort, dem man nachgehen sollte?), ein alter, oft gesehener Film läuft ab: Die Metzgersfrau reicht dem kleinen Wolfgang eine dicke Scheibe Wurst über die himmelhohe Ladentheke. Darauf die Mama: „Wie sagt man?“, der Bub: „Danke.“
Meiner Nase kann ich vertrauen. Der Wind hat ihr ein Lied erzählt. Wir sollten wieder mehr auf sie hören.
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