{"id":16685,"date":"2004-01-01T21:21:09","date_gmt":"2004-01-01T19:21:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/?p=16685"},"modified":"2024-10-16T21:23:43","modified_gmt":"2024-10-16T19:23:43","slug":"schnitzel-wiener-art-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/?p=16685","title":{"rendered":"Schnitzel Wiener Art I"},"content":{"rendered":"<h4><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-16686\" src=\"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/schnitzel.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/schnitzel.jpg 250w, https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/schnitzel-208x300.jpg 208w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Januar 2004<\/strong><\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Wiener Schnitzel I<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kurz bevor ich mich letzthin beinahe von mir selbst unbemerkt damit abgefunden und arrangiert habe, dass auch ein Schweineschnitzel \u201eWiener Art\u201c so etwas wie ein Schnitzel sein k\u00f6nnte und dass es so etwas wie ein \u201erichtiges\u201c Schnitzel, so eins wie fr\u00fcher sowieso nur in meiner kindheitsverkl\u00e4renden r\u00fcckw\u00e4rtsgerichteten Erinnerung gibt und dass man in Frankfurt eben am besten Frankfurter isst, habe ich die Rei\u00dfleine gezogen. Ich bin doch nicht bl\u00f6d. Ich habe im letzten halben Jahr mehrfach beispielsweise in Budapest exzellente Wiener Schnitzel (\u201eB\u00e9csi szelet\u201c) gegessen. Da geht\u2019s also, warum nicht hier? Frankfurt ist schlie\u00dflich Partnerstadt von Budapest&#8230;.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Darauf habe ich beschlossen, nicht l\u00e4nger mehr zu ruhen, bis ich wei\u00df, es gibt ein ordentliches Schnitzel in Frankfurt oder es gibt es eben nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Zusammenfassung Verkostung 1<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eHISTORIX\u201c im Historischen Museum, Frankfurt:<br \/>\n\u201eSchnitzel Wiener Art mit gemischtem Salat\u201c, ca. 8,50 Euro<br \/>\nseparate Beilage \u201eBratkartoffeln\u201c, ca. 2,50<br \/>\nkomplett ca. 11 Euro<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gesamtnote: NOCH MANGELHAFT (5-)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Bericht Verkostung 1<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An einem Sonntag um den Jahreswechsel herum sollte der Besuch einer Adorno-Ausstellung im Historischen Museum mit einem Schnitzel-Essen beschlossen werden. Was dabei geschah, l\u00e4sst mich nochmals alle Vorurteile schaurig tief in den Bodensatz der Gastronomie gestippt und durchgesuckelt durchleben: schlimmer geht\u2019s nimmer, jetzt muss es aufw\u00e4rts gehen (und wenn nicht, werde ich auch dar\u00fcber schreiben).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bereits die Suche nach einem mit dem Museum verbindbaren Restaurant geriet zu einer Fahrt ins Blaue: was gibt\u2019s denn in der Innenstadt an einem Sonntagmittag? Das ehemalige \u201eZum Fr\u00f6hlichen Schnitzel\u201c hei\u00dft jetzt zum \u201eR\u00f6mer Pils Brunnen\u201c (genau so geschrieben) und beim Lesen der Speisekarte vor der T\u00fcr wurden wir von einer Gruppe Japaner \u00fcberrollt. Das \u201eSteinerne Haus\u201c hatte eine Teilspeisekarte drau\u00dfen und geschlossen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind dann erst mal ins Historische Museum und dann zwangsl\u00e4ufig ins Verderben gegangen: die dem Institut angeschlossene Gastst\u00e4tte \u201eHistorix\u201c war ge\u00f6ffnet und \u201eirgendwas wird\u2019s da schon geben\u201c. Als dann auf der Speisekarte ein \u201eSchnitzel Wiener Art\u201c winkte, war ich auch vorderhand zufrieden und dachte \u201ena gut\u201c. Mein Gef\u00fchl war kein gutes, aber weil es modern ist, seine Vorurteile zu bek\u00e4mpfen, konnte ich mich unbesorgt froh babbeln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Laut Speisekarte sollte das Schnitzel mit \u201egemischtem Salat\u201c kommen. Pommes wurden auch als gesonderte Beilage nicht geboten (was durchaus positiv bewertet werden kann), da wir aber irgendwie doch darauf gespitzt hatten, bestellten wir separat zwei mal Bratkartoffeln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die \u00dcberraschung war gro\u00df, als nach durchaus l\u00e4ngerer, aber noch akzeptabler Wartezeit das Schnitzel auf einem Teller mit etwas gemischtem Salat und einen gr\u00f6\u00dferen Haufen Kartoffelsalat kam. Wir w\u00e4ren\u2019s auch damit zufrieden gewesen und wollten der Bedienung nur andeuten, dass wir ihr das Versehen nicht \u00fcbel nehmen, als sie auch schon mit den Bratkartoffeln kam, die sie durchaus nicht vergessen hatte. Vergessen hatte sie aber zu sagen, dass der \u201egemischte Salat\u201c eine ausreichende Portion Kartoffeln schon beinhaltete, was auf unserer Rechnung mit zusammen 5 Euro f\u00fcr Bratkartoffeln, die wir sonst nicht bestellt h\u00e4tten, zu Buche schlug.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber auch das h\u00e4tte mich nicht aufgebracht, Hunger hatte ich genug. Was mich aber fassungslos zur\u00fccklie\u00df war, dass die Komponenten des Essen weder einzeln nach etwas schmeckten, noch in der Zubereitung irgendeine Ambition des Koches (welcher Koch?) erahnen lie\u00dfen, noch irgendwie wirklich zusammenpassten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das begann damit, dass die mit Wasser stark verd\u00fcnnte Essigessenz, die die ansonsten weitgehend geschmacksfreie Marinade des Kartoffelsalats vorstellte, bereits vom Weg aus der K\u00fcche an den Tisch unter die ohnehin nicht sehr knusprige Panade des Schnitzels gekrochen war. Das Fleisch war nicht geklopft, sondern wie es zu Lebzeiten aus dem ganzen Brocken geschnitten worden war, paniert und gebraten worden. O Sancta Gastronomia! Vielleicht ist das jetzt Sitte oder Mode (ich hab das schon \u00f6fters erlebt), aber m\u00fcssen wir jetzt vielleicht auch noch darauf warten, dass Frikadellen nicht mehr durch den Wolf gedreht werden, sondern als ganzes St\u00fcckerl Fleisch aus der Keule geschnitzt werden? Beim Vollformschnitzel f\u00fchrt das zu z\u00e4her Konsistenz, auch kann \u2013 so vorhanden! \u2013 W\u00fcrze wie Salz und\/oder Butter(schmalz) nicht in das Fleisch eindringen und man kaut auf aschgrauen geschmacksfreien Fasern dahin. Die Panade l\u00f6ste sich allzu gerne von dieser Unterlage und war auf der R\u00fcckseite typisch mehlschmierig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der \u201egemischte Salat\u201c bestand au\u00dfer den unerwarteten Kartoffeln aus ein paar Schnitzen roher M\u00f6hren und Chinakohl und\/oder Eisbergsalat, was dem ganzen Teller zu einem gespenstigen bleichtraurigen Aussehen verhalf. Die Marinade zu diesem Teil des Trauerspiels kaum aus Tube oder Dose und war rosa, so etwas wie \u201eThousand Islands\u201c f\u00fcr Arme. Selbst die obligatorische Zitronenscheibe konnte da nichts mehr retten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kr\u00f6nung waren die \u201eBratkartoffeln\u201c, eine gemeinsame separate Portion f\u00fcr zwei zu immerhin 5 Euro: speckig-\u00f6lig gl\u00e4nzend, weichwarm, keine Kruste, kein Geschmack, daf\u00fcr in einer \u00d6llache residierend.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gesamtnote \u201enoch mangelhaft\u201c rettete dem Gericht und der Lokalit\u00e4t ein \u201eausreichend\u201c f\u00fcr die Bedienung und ein \u201ebefriedigend\u201c f\u00fcr das Ambiente, denn eigentlich k\u00f6nnte das eine sehr nette Kneipe sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Januar 2004 Wiener Schnitzel I Kurz bevor ich mich letzthin beinahe von mir selbst unbemerkt damit abgefunden und arrangiert habe, dass auch ein Schweineschnitzel \u201eWiener Art\u201c so etwas wie ein Schnitzel sein k\u00f6nnte und dass <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/?p=16685\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[31],"tags":[],"class_list":["post-16685","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tagebuch"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16685"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16685"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16685\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16687,"href":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16685\/revisions\/16687"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16685"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16685"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wolfgang-barina.de\/bdh\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16685"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}