{"id":286,"date":"2018-09-05T20:13:20","date_gmt":"2018-09-05T18:13:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/?p=286"},"modified":"2018-09-06T20:41:09","modified_gmt":"2018-09-06T18:41:09","slug":"5-september-2018-freude-fuer-dachs-hornisse-und-mensch-110-oechsle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/2018\/09\/05\/5-september-2018-freude-fuer-dachs-hornisse-und-mensch-110-oechsle\/","title":{"rendered":"5. September 2018 \u2013 Freude f\u00fcr Dachs, Hornisse und Mensch: 110 \u00d6chsle!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/trauben-e1524373364204.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-25\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/trauben-e1524373364204.jpg\" alt=\"\" width=\"50\" height=\"60\" \/><\/a>Gestern Abend im Dunkeln angekommen, es reicht nur noch f\u00fcr einen ersten Blick mit der Taschenlampe in den Weingarten. Hurra!, allerorten h\u00e4ngen dicke blauviolette Trauben. Im Lichtkegel ist aber auch zu sehen, dass vieles von dem, was knapp \u00fcber dem Boden nach unten aus der Laubwand h\u00e4ngt, sauber abgeknabbert ist. Mehr dann am n\u00e4chsten Tag. Jetzt erst einmal Koffer auspacken, das Haus durchfegen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-01.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-287 size-full\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-01.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"666\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-01.jpg 1000w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-01-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-01-768x511.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen dann springt die Winzerin direkt aus dem Bett und in Haussandalen f\u00fcr eine Stunde in die Blumenbeete am Haus und rei\u00dft erst einmal mit immer lehmiger werdenden F\u00fc\u00dfen das Unkraut aus. Ansonsten warten wir mit Gras schneiden und anderen Arbeiten bis die Wiese und der Weingarten etwas trockener sind, r\u00e4umen das Grundst\u00fcck grob auf und richten uns nach der langen Abwesenheit wieder ein. Kommende Woche erwarten wir 6 G\u00e4ste, mit denen wir wohl die Weinlese und die Einmaischung der Trauben machen werden.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Vormittag dann gemeinsam mit dem Nachbarn und bewaffnet mit einem Refaktometer die erste ernsthafte Begehung des Weingartens.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-03.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-288 size-full\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-03.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"666\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-03.jpg 1000w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-03-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-03-768x511.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Messungen des Zuckergehalts der an verschiedenen Stellen abgezupften Trauben ergeben Erfreuliches: jeweils 4 bis 6 Trauben werden in der Hand zerquetscht,der Saft tropft auf den Probentr\u00e4ger des Refaktometers, der Zuckergehalt wird durch die Lichtbrechung in zwei Primen ermittelt und auf einer Skala angezeigt: satte 110 Grad \u00d6chsle, bei verschiedenem Proben auch mehr, oder 21 Zuckergrade auf der Kloster Neuburger Mostwaage (KMW)!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-06.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-289\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-06.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"666\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-06.jpg 1000w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-06-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-06-768x511.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unser Refaktometer zeigt parallel beides an, die Werte sind aber jetzt ungenau, weil eigentlich endg\u00fcltig nur im \u201eg\u00e4rfertigen Gef\u00e4\u00df\u201c und bei exakt 20 Grad Celsius zu messen ist und au\u00dferdem nur der m\u00f6glichst klare Traubensaft. Auf Deutsch: wir werden es nie vollst\u00e4ndig genau erfahren, weil es beim Rotwein bis zur Abpressung niemals klaren Traubensaft ohne irgendwelche Schwebstoffe gibt, sondern immer Kerne, Schalen und Geleereste des inneren Fruchtfleisches im Spiel sind. Dennoch: auch der ungef\u00e4hre Wert macht froh, wir wissen was wir in etwa haben.<\/p>\n<p>Und auch das: Die Verluste durch Dachs, Fuchs und oder Reh sind deutlich, aber hinnehmbar. Sagen wir mal 10 Prozent. Am Abend Gedankenspiele, von pantomimischen Einlagen befl\u00fcgelt: Wer war der Dieb? Vorl\u00e4ufiges Ergebnis: Dachs. Es sind nur die untersten Trauben weg.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-02.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-290\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-02.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"666\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-02.jpg 1000w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-02-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-02-768x511.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Fuchs h\u00e4tte aufgerichtet auf die Hinterbeine aber auch noch in \u00fcber einem Meter H\u00f6he aasen k\u00f6nnen, dort ist aber noch alles da. Auch Rehe (wir haben das nachgestellt) br\u00e4uchten nur in normaler K\u00f6rperhaltung mit der Schnauze voran geradeaus in die Trauben laufen, um zu fressen. Unten h\u00e4tten sie sich stark b\u00fccken und den Kopf verdrehen m\u00fcssen, warum das denn? F\u00fcr die Dachse allerdings mit ihren kurzen Beinchen h\u00e4ngen die unteren Trauben ideal: Kopf hoch, Maul auf, Fressen. Aha! Mal sehen was die UV-Wildbeobachtungskamera in den folgenden N\u00e4chten tats\u00e4chlich einf\u00e4ngt. Das ist aber auch egal, unten ist jetzt ohnehin nicht mehr viel dran.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr droht oben etwas, von dem \u00fcberhaupt noch nicht die Rede war: Heerscharen von Wespen, assistiert von ein paar Hornissen, fressen mehr und mehr Trauben an.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-08.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-291\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-08.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"709\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-08.jpg 1000w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-08-300x213.jpg 300w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-08-768x545.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das ist insofern problematisch, als durch die L\u00f6cher in den Schalen wilde Hefen eindringen, die \u00fcberall durch die Luft schwirren, und eine unkontrollierte Mikrog\u00e4rung einsetzt. Auch k\u00f6nnten Essigbakterien mitkommen, die die kleinen Mengen an noch im Weinberg in den Trauben sich bildenden Alkohol umgehend in Essig umwandeln.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-09.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-292\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-09.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"656\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-09.jpg 1000w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-09-300x197.jpg 300w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-09-768x504.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Zweifelsfall bedeutet das, dass wir bei der Lese alle angefressenen Trauben einzeln mit der Hand entfernen m\u00fcssen. Wir haben uns daher entschlossen, unverz\u00fcglich mit der Leser zu beginnen sobald die G\u00e4ste einsatzbereit sind. Am Ende k\u00f6nnten sonst die Wespen mehr Schaden anrichten als Gutes durch weiteres Zuwarten und ansteigenden Zuckergehalt zu erwarten ist.<\/p>\n<p>Also, in den kommenden Tagen alles daf\u00fcr vorbereiten (Bericht und Fotos von den Vorkehrungen folgen). Eines doch heute noch: parallel zu allem was f\u00fcr den 2018er Jahrgang zu tun ist, wird der 2017er zu versorgen sein, der seit vergangenem Herbst noch in 4 jeweils etwa 60 Liter fassenden Eichenf\u00e4ssern lagert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-07.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-293\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-07.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"666\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-07.jpg 1000w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-07-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/2018-09-05-07-768x511.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Proben m\u00fcssen ins Labor, danach muss er gefiltert, frisch geschwefelt und dann in Flaschen gef\u00fcllt werden. Und zwar zwingend, sonst haben wir keinen Platz f\u00fcr den neuen Wein. Genaues Vorgehen und Entscheidungen dann abh\u00e4ngig davon wie viele Trauben wir werden ernten k\u00f6nnen bzw. der Hochrechnung, wie viel Jungwein daraus resultieren wird. Die heutige Kellerbegehung ergibt schon einmal, dass eines der F\u00e4sser nicht zur Verf\u00fcgung wird stehen k\u00f6nnen. Darin liegt ein(e) Cuv\u00e9e aus Merlot und unserer eigenen Sorte Monarch, das\/die \u00fcber den Sommer noch einmal kr\u00e4ftig gearbeitet hat. Zwar haben auch die anderen F\u00e4sser bei f\u00fcr unseren Keller sommerlichen Temperaturen um die 18 Grad Celsius eine zweite G\u00e4rung vollzogen, bei der der erw\u00fcnschte so genannte Biologische S\u00e4ureabbau (im Jargon: BSA) vonstatten geht, 3 der 4 F\u00e4sser sind dabei sogar \u00fcbergelaufen. Das Fass mit der Mischung hat aber besonders heftig gearbeitet, der Wein ist tr\u00fcb und man sp\u00fcrt Schmutz- und Staubreste im Mund, die von dieser malolaktischen oder Milchs\u00e4ureg\u00e4rung hochgewirbelt worden sind. Die Erkl\u00e4rung ist schlicht: das Fass setzt sich aus den Resten der in den anderen F\u00e4ssern in reinen Tranchen einsitzenden Weine zusammen, in denen naturgem\u00e4\u00df der meiste Bodensatz verbleibt. Und der g\u00e4rt nun mal am besten. Jetzt m\u00fcssen wir vielleicht noch in den Winter hinein warten, bis sich das wieder absetzt und beruhigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Abend im Dunkeln angekommen, es reicht nur noch f\u00fcr einen ersten Blick mit der Taschenlampe in den Weingarten. Hurra!, allerorten h\u00e4ngen dicke blauviolette Trauben. 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