{"id":234,"date":"2018-06-21T15:05:13","date_gmt":"2018-06-21T13:05:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/?p=234"},"modified":"2018-06-21T15:09:11","modified_gmt":"2018-06-21T13:09:11","slug":"21-juni-2018-alles-im-lot-aber-man-macht-sich-so-seine-gedanken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/2018\/06\/21\/21-juni-2018-alles-im-lot-aber-man-macht-sich-so-seine-gedanken\/","title":{"rendered":"21. Juni 2018 &#8211; Alles im Lot, aber man macht sich so seine Gedanken"},"content":{"rendered":"<p>Heute zum zweiten Mal in diesem Jahr Kupfer und Schwefel gespritzt, diesmal aber mit dem gro\u00dfen und schweren Ger\u00e4t, das man auf dem R\u00fccken tr\u00e4gt. Das ist l\u00e4stig und schwei\u00dftreibend. Dabei noch einmal genau den Weinst\u00f6cken auf die Bl\u00e4tter geschaut:<\/p>\n<p>Insgesamt ist die Anlage in Schuss, w\u00e4re aber vielleicht nicht ganz ohne diese Spritzung &#8222;durchgekommen&#8220;. Sie ist gr\u00fcn und wirkt gesund, es gibt aber hier und dort un\u00fcberschaubare\u00a0 Sch\u00e4den und Merkw\u00fcrdigkeiten, die wir nicht zu deuten und behandeln wissen. Diese sind im Moment zwar deutlich auf einzelne und wenige St\u00f6cke begrenzt. Gesch\u00e4digte Triebe wachsen sogar in gesunde Nachbarpflanzen hinein und umgekehrt, ohne das es eine Ansteckung oder Wechselwirkung zu geben scheint.\u00a0 Gerne w\u00fcrde ich mich darauf verlassen, dass es so bleibt, aber es besteht schon auch die M\u00f6glichkeit, dass es sich um Vorzeichen dessen handelt, was auch den gesunden St\u00f6cken droht, wenn nicht jetzt dann sp\u00e4ter\u00a0 oder sehr viel sp\u00e4ter. Das kriegen wir aber nicht gekl\u00e4rt und k\u00f6nnen es nur beobachten und nach Bachgef\u00fchl vorgehen.<\/p>\n<p>Also erst einmal die Universalwaffe Schwefel&amp;Kupfer verspr\u00fchen,\u00a0 um die Schw\u00e4chung durch die beiden Mehlt\u00e4ue (Personospora und Oidium) zu verhindern. Dann welke Bl\u00e4tter und andere auff\u00e4llige Pflanzenteile herausnehmen. Wenn einzelne St\u00f6cke dauerhaft kr\u00e4nkeln und nicht wieder zu sich kommen, m\u00fcssen die vorsichtshalber und notfalls ganz raus. Dar\u00fcber sprechen wir dann aber im Herbst\/Winter\/Fr\u00fchjahr.<\/p>\n<p>Interessanterweise kommt mir heute fr\u00fch \u00f6fters der Begriff &#8222;Epidemiologie&#8220; in den Sinn. Definition lt. wikipedia: &#8222;Wissenschaft von der Entstehung, Verbreitung, Bek\u00e4mpfung und den sozialen Folgen von Epidemien, zeittypischen Massenerkrankungen und Zivilisationssch\u00e4den&#8220;. Wobei ich um die Frage kreise, warum von einer Gesamtzahl von Rebst\u00f6cken nur ausgesucht einzelne eine Sch\u00e4digung oder Ver\u00e4nderung aufweisen, obgleich sie von der gleichen Sorte sind wie die anderen, auf dem gleichen Boden und unter gleichen \u00e4u\u00dferen Bedingungen wachsen und vom gleichen Rebenvermehrer gezogen wurden. Man k\u00f6nnte fast auf die Idee kommen &#8211; wie bei Masern oder Mumps?, &#8211; dass jeder einzelne Rebstock eine individuelle und in einzelnen, f\u00fcr die Krankheitsanf\u00e4lligkeit zust\u00e4ndigen Teilen unterschiedliche DNA hat wie auch Menschen unterschiedlich sind und eben auf Pest und Cholera ansprechen oder nicht. Bislang h\u00e4tte ich so etwas immer nur in Bezug auf Tiere und Menschen vermutet, nicht aber bei Pflanzen.\u00a0 Aber immerhin w\u00e4re das erst einmal nur bedauerlich f\u00fcr das Individuum, aber noch entspannt f\u00fcr den Winzer. Aber so einfach macht es uns die Epidemiologie wahrscheinlich nicht. Die muss wenigstens \u00fcberpr\u00fcfen, ob nicht doch &#8222;wenn nicht jetzt dann sp\u00e4ter oder sehr viel sp\u00e4ter&#8220; (s.o.) etwas \u00fcberspringt und sich ausbreitet. Beil\u00e4ufige Grundlagenwissenschaft im Weinberg, wobei der Forscher nicht im wei\u00dfen Kittel im Labor steht, sondern gerade Chemie auf Weinbl\u00e4tter spr\u00fcht.<\/p>\n<p>Eher f\u00fcr uns dokumentiere ich noch kurz die drei auff\u00e4lligsten Schadensbilder (die offensichtlich von Raupen verursachten Fra\u00dfsch\u00e4den lasse ich mal beiseite, die W\u00fcrmer verpuppen sich demn\u00e4chst und dann freuen sich alle \u00fcber die Schmetterlinge, vor allem ich&#8230;)<\/p>\n<p><strong>Starke Gelbverf\u00e4rbung<\/strong> in allen Pflanzenteilen inkl. den Fruchtans\u00e4tzen. M\u00f6glicherweise Eisenmangel (&#8222;Chlorose&#8220;), interessant hierbei, dass Chlorose nicht zwingend von Eisenmangel im Boden verursacht wird, dass k\u00f6nnte man durch D\u00fcngung regulieren. Es scheint aber auch so etwas zu geben wie die Unf\u00e4higkeit einzelner St\u00f6cke, das Eisen zu verarbeiten und zu assimilieren. Bei uns sind die Nachbarst\u00f6cke der Gelbs\u00fcchtigen ja auch grasgr\u00fcn. Bingo, Herr Epidemiologe.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-01.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-236\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-01.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"781\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-01.jpg 800w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-01-300x293.jpg 300w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-01-768x750.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>(Um der etwas skurrilen M\u00f6glichkeit dennoch gerecht zu werden, dass an willk\u00fcrlich ausgew\u00e4hlten Stellen unseres Weingarten weniger Eisen im Boden ist als an allen anderen, rund um die gelben St\u00f6cke ein fl\u00fcssiges Eisenpr\u00e4parat in den Boden gegossen. Evtl. aber eine klassische \u00dcbersprung- und Verlegenheitshandlung, das Mittel ist eigentlich zum Spritzen auf die Bl\u00e4tter, wo es direkt aufgenommen wird. Ob die Wurzeln mit der gleichen Eisenformulierung etwas anfangen k\u00f6nnen und den Stoff an die Bl\u00e4tter liefern wei\u00df ich nicht. Ich wei\u00df nur vom Herumrecherchieren, dass man Eisen f\u00fcr die Bl\u00e4tter nicht zusammen oder nach Kupfer ausbringen darf oder soll. Also machen wir den voodoo mit dem Gie\u00dfen.)<\/p>\n<p><strong>Violette, dann braune Verf\u00e4rbung der Bl\u00e4tter mit sich ausbreitendem Verwelken <\/strong>und Austrocknen\u00a0der (ganzen ?) Pflanze einschlie\u00dflich der noch gr\u00fcnen Trauben. Im Moment ein eigenst\u00e4ndig erscheinendes Ph\u00e4nomen, ebenfalls klar auf einige wenige St\u00f6cke begrenzt, evtl. aber auch eine Spielart des Falschen oder Echten Mehltaus (Peronospora\/Oidium).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-02.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-237\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-02.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"1000\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-02.jpg 750w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-02-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Falscher und\/oder Echter Mehltau, <\/strong>&#8222;\u00d6lflecken&#8220; (sind das welche?) auf der Blattoberseite, wei\u00dfer &#8222;Pilzrasen&#8220; auf der Unterseite. Tritt in dieser Deutlichkeit in unserem Weingarten nach zehn Jahren zum ersten Mal auf. Ich f\u00fcrchte nicht zum letzten Mal. Und k\u00f6nnte sich ausbreiten. Hieraus ergeben sich im Moment die ernstesten Konsequenzen: der Weinberg muss wenigstens 1-2 mal pro Jahr \u00f6fter als bisher gespritzt werden, im Ernstfall muss jemand eigens daf\u00fcr aus Frankfurt herkommen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-03-a.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-238\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-03-a.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-03-a.jpg 1000w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-03-a-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-03-a-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-03.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-239\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-03.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-03.jpg 1000w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-03-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/wein2018\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2018-06-21-web-03-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute zum zweiten Mal in diesem Jahr Kupfer und Schwefel gespritzt, diesmal aber mit dem gro\u00dfen und schweren Ger\u00e4t, das man auf dem R\u00fccken tr\u00e4gt. 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