{"id":439,"date":"2015-06-21T05:10:07","date_gmt":"2015-06-21T05:10:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/?p=439"},"modified":"2018-05-25T16:40:05","modified_gmt":"2018-05-25T16:40:05","slug":"tag-11-villach-bis-bleiburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/?p=439","title":{"rendered":"Tag 11 &#8211; Von Villach nach Bleiburg"},"content":{"rendered":"<p>Sonntag, 21. Juni 2015<\/p>\n<p><strong>Der Plan<\/strong><\/p>\n<p>Weiter drauabw\u00e4rts Richtung slowenische Grenze, soweit wie m\u00f6glich<\/p>\n<p><b>Wie es war, was geschah<\/b><\/p>\n<p>Gestern in Villach in der Gastst\u00e4tte der Hofbrauerei ein sehr ordentliches Ribeye mit Pommes und Grillgem\u00fcse. \u00a0Dazu 2 vollmundige aus hell und dunkel gemischte Biere. Den zweiten Teil des Steaks esse ich praktisch schlafend und stelle mir im Zimmer gegen 20 Uhr den Wecker auf das Frauenachtelfinale Deutschland Schweden. Am Morgen wei\u00df ich noch, dass wir 4:1 gewonnen haben und Celia, Anja und Dzseni Tore geschossen haben. Ansonsten habe ich 10 Stunden wohli geschlafen. Von Villach bleibt dann noch, dass viele Informationen, auch die Speisekarten, zweisprachig deutsch und italienisch verfasst sind. Nach ein wenig Nachlesen ist dies weniger auf den Tourismus zur\u00fcckzuf\u00fchren als auf die bewegte Geschiche der Region. Dies zeigt sich sp\u00e4ter im Laufe des Tages noch einmal, pl\u00f6tzlich ist alles deutsch und slowenisch, insbesondere die Ortsschilder, trotzdem ich immer noch in \u00d6sterreich bin.<\/p>\n<p>Zum Abschied macht die Wetterfee und gleichzeitig Chefin des Hotel Mosser eine klare Ansage: &#8222;Das h\u00e4lt.&#8220; Ich mache ehrgeizige Pl\u00e4ne und beschlie\u00dfe soweit wie m\u00f6glich ohne gr\u00f6\u00dfere Stopps durchzufahren. Um 9.20 Uhr besteige ich meinen rollenden W\u00e4schetrockner, an den H\u00f6rnern des Lenkers flattern die nassen Fahrrradhandschuhe und die \u00dcberhandschuhe, die ich gestern zusammengekn\u00e4ult im Helm vergessen und nicht zum trocknen aufgeh\u00e4ngt habe. Nach den \u00fcblichen 10 Kilometern schalten die Beine auf \u00a0Vollautomatik, darum muss ich mich jetzt nicht mehr k\u00fcmmern und gebe nur noch in der Gegend von Rosegg, als es ein paar Mal die ungeliebten Ausfl\u00fcge weg vom Fluss in den Hang gibt, die n\u00f6tigen Befehle zum Schalten oder\u00a0langsamer fahren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_472\" aria-describedby=\"caption-attachment-472\" style=\"width: 158px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3268.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-472\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3268-158x300.jpg\" alt=\"Passt gut zu &quot;Cici oder Karte&quot;: Puntigamer\" width=\"158\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3268-158x300.jpg 158w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3268.jpg 421w\" sizes=\"(max-width: 158px) 100vw, 158px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-472\" class=\"wp-caption-text\">Passt gut zu &#8222;Cici oder Karte&#8220;: Puntigamer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das erm\u00f6glicht mir heute 109(!) km am St\u00fcck mit ganz wenigen Trink- und Fotopausen durchzukurbeln, in netto 6 Stunden 50 Minuten. Mir und den Beinen nach w\u00e4re es noch weiter gegangen. Aber unterhalb V\u00f6lkermarkt werde ich nach etwa 85 km von zwei am Hinterrad klingelnden gerissenen Speichen ausgebremst. Dass ich doch noch 34 km weitergefahren bin, hat mehr damit zu tun, dass ich vorerst nur auf Ortschaften getroffen bin, in denen ich auch um den Lohn eines erhalten gebliebenen Hinterrades nicht \u00fcbernachten wollte, zudem habe ich auf so etwas einen Gasthof mit gegen\u00fcberliegender Fahrradwerkstatt gehofft und den auch gefunden, in Bleiburg. Weil ich mich ebenfalls unterhalb V\u00f6lkermarkt unachtsam vom Radweg R1 auf R1E, sp\u00e4ter auch F, G und D, begeben habe, bin weit von der Drau abgekommen und unplanm\u00e4\u00dfig und unerwartet in Bleiburg gelandet, einer Zufallsbekanntschaft, aus der vielleicht noch etwas gr\u00f6\u00dferes werden k\u00f6nnte, vorausgesetzt nat\u00fcrlich, dass die\u00a0Speichen morgen fr\u00fch z\u00fcgig und ordentlich gerichtet werden. Das R\u00f6ssl, in dem ich abgestiegen bin, ist schon mal ordentlich, wenn auch schlicht. Es geh\u00f6rt zur 30-\u00dcF-Klasse und hat die entsprechende K\u00fcche, die slowenische Bedienung sagt an: &#8222;Zum Essen gibt es Cici oder Karte&#8220;. Nach einem Blick in letztere entscheide ich mich f\u00fcr die Cevapcici, davor Frittatensuppe, dazu das nun schon zweite formidable Bier der Marke &#8222;Puntigamer&#8220;. Damit wird der Abend ausklingen.<\/p>\n<p>Vom \u00fcbrigen Tag noch ein paar Takte zur Drau als solcher, Tierbeobachtungen und der Gegend, in der ich mich bewegt habe.<\/p>\n<p>Die Drau habe ich ja nun seit drei Tagen und seit Toblach nicht mehr verlassen, der Radweg R1 verl\u00e4uft fast durchgehend nah am Fluss und verl\u00e4sst ihn selten und wenn, dann auch nicht mehr als f\u00fcr ein paar hundert Meter. Seit Villach bis jetzt ist rechts der Kamm der Karawanken zu sehen, unten bewaldete steil aufsteigende Vorberge, dar\u00fcber hoch aufragende Felsspitzen. Jenseits ist schon die ganze Zeit die Hochgebirgsregion Sloweniens, ohne es zu sehen passiere ich \u00a0auf der K\u00e4rtner Seite Kranjska Gora, Bled, Kranj und bald wohl auch die Hauptstadt Ljubljana. Links der Drau in etwas das Gleiche, nur ohne Felsspitzen. Ein hoher bewaldeter Kamm liegt ebenfalls vor einem parallelen Nebental, in dem sich der Millst\u00e4tter und der W\u00f6rthersee befinden. Auf meiner jetzigen Position, Bleiburg, sind die Abfl\u00fcsse der beiden Seen bereits in die Drau geflossen, auch Klagenfurt habe ich bereits passiert. \u00a0Eine empfehlenswerte Variante meiner Reise k\u00f6nnte sein, in Villach \u00fcber die H\u00f6he zu Millst\u00e4tter und W\u00f6rthersee zu wechseln und mit deren Abfl\u00fcssen wieder zur Drau zur\u00fcckzukommen. Ich selbst war dort aber erst im letzten Herbst und hielt es f\u00fcr verzichtbar, das nun aber wirklich komplett uns\u00e4gliche Roy Black-Denkmal in Velden ein zweites Mal zu besuchen. Und Klagenfurt? Nun gut, aber Udo J\u00fcrgens ist ja nun auch nicht mehr.<\/p>\n<figure id=\"attachment_469\" aria-describedby=\"caption-attachment-469\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3258.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-469\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3258-300x225.jpg\" alt=\"Draustau\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3258-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3258.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-469\" class=\"wp-caption-text\">Draustau<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zur\u00fcck zur Drau. Auf meiner heutigen Etappe ist die mitunter sehr breit und schweigsam geworden. Ihre Oberfl\u00e4che kr\u00e4uselt sich mehr vom Wind als der Str\u00f6mung. Bereits seit kurz hinter Sachsenburg wird der Wasserstand durch Staustufen reguliert, seit Villach reiht sich ein Kraftwerk an das andere. Die Drau ist eine schier endlose Kette von langgezogenen Stauseen, mal sehr breit, mal schmaler. Gerauscht und gepl\u00e4tschert wird jetzt nur noch an &#8222;Achtung WEHRSCHWELLE, nicht weiterfahren!&#8220;. Das Schild richtet sich nat\u00fcrlich an Bootsf\u00fchrer, enth\u00e4lt aber ein mir bis dato unbekanntes Wort, das reflexartig in mir die Frage ausl\u00f6ste, ob denn ein einzelnes Element einer solchen Schwelle ein Wehrschwellk\u00f6rper ist. Und ob es aus aufsichtsbeh\u00f6rdlicher Sicht auch Bundes-, Landes- und Kreiswehrschwellk\u00f6rper gibt, am Ende sogar Feuer- und B\u00fcrgerwehrschwellk\u00f6rper.<\/p>\n<p>Zum Schluss f\u00fcr heute etwas aus Flora und Fauna. Gegen Mittag gelang mir auf einem Flussabschnitt namens Rosental, v\u00f6llig unerwartet die Entdeckung einer g\u00e4nzlich neuen Tierart, n\u00e4mlich des Draubentauchers. Diese Beobachtung ist umso h\u00f6her zu bewerten, als das Tier dem verwandten Haubentaucher zum Verwechseln \u00e4hnlich sieht. Es unterscheidet sich aber doch ganz wesentlich dadurch, dass es ausschlie\u00dflich in K\u00e4rnten in der Drau neben Radfahrern schwimmend existieren kann und somit endemisch ist. Einer gro\u00dfformatigen Portraitaufnahme entzog sich das stark entengro\u00dfe Tier durch einen Tauchgang. als es weit drau\u00dfen wieder zu Tage trat, gelangen nur wenige, wahrscheinlich unscharfe Aufnahmen mit weit aufgerissenem Teleobjektiv.<\/p>\n<p>Angestachelt durch diese Sensation mache ich mich gleich morgen an die Entdeckung des Draubfrosches und des Drauhfu\u00dfhuhns. Von Draubfischen m\u00f6chte ich absehen und \u00fcber der Wasserlinie bleiben. Leserzuschriften mit Forschungs- und Entdeckungauftr\u00e4gen sehe ich gerne entgegen. Aber bitte keine so Albernheiten wie &#8222;Draubv\u00f6gel&#8220;! Die sind l\u00e4ngst alle entdeckt und beschrieben, ausnahmslos, einschlie\u00dflich der Draubm\u00f6we und des Draubenpiepers. Da ist nichts mehr zu holen.<\/p>\n<p><strong>Die Zahlen<\/strong><\/p>\n<p>Tageskilometer: 109,5<br \/>\nGesamtkilometer: 862,5<br \/>\nFahrzeit heute: 6 Stunden 51 Minuten netto<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 21. 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