{"id":315,"date":"2015-06-19T16:53:58","date_gmt":"2015-06-19T16:53:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/?p=315"},"modified":"2018-05-25T16:40:51","modified_gmt":"2018-05-25T16:40:51","slug":"tag-8-muehlbach-nach-innichen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/?p=315","title":{"rendered":"Tag 8 &#8211; Von M\u00fchlbach nach Innichen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Donnerstag, 18. Juni 2015<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Der Plan<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Pustertal aufw\u00e4rts fahren soweit wie m\u00f6glich, nicht \u00fcberdrehen.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Wie es war, was geschah<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Angekommen auf meiner Reise, endlich, in doppeltem Sinne.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">In aller Ruhe, mit Geduld und Zur\u00fcckhaltung, ohne jeden Druck das Pustertal bergauf fahrend in einem Rutsch gemeistert. Ohne Eisenbahn, aber mit viel Pausen und konsequentem Schieben an steilen St\u00fccken. In der Ruhe lag die Kraft. Habe mit &#8222;dem Berg&#8220; gek\u00e4mpft, nicht gegen ihn. Habe sogar mit ihm gespielt, indem ich eine breite nicht weiter befahrene, steil nach oben gehende Asphaltstra\u00dfe in flachen Serpentinen von Rand zu Rand &#8222;gestreckt&#8220; habe. Und mir dabei ein paar Kilometer extra eingehandelt habe, weil ich beim Spielen ein Schild \u00fcbersehen haben muss. Erst der Hinweis, dass Gr\u00f6dner und Sellajoch gesperrt seien und Arraba 28 km voraus l\u00e4ge, hat mich dazu gebracht, meinen Kurs zu korrigieren und zur\u00fcck auf die Strecke gen Toblach zu fahren. Gelacht, denn heute hat das Fahrgef\u00fchl gestimmt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Und ich bin kurz nach \u00dcberquerung der Passh\u00f6he bei Toblach (1.209 m) in Richtung K\u00e4rnten an der Drau angekommen und unmittelbar danach in Innichen in der Pension Patzleiner abgestiegen. Die 9. Etappe beginnt morgen also nicht irgendwo, sondern direkt am Ursprung der Drau. Vor mir liegen jetzt rund 750 reine Flusskilometer, ganz \u00fcberwiegend bergab, durch K\u00e4rnten, Slowenien, Ungarn und Kroatien. Die Reise beginnt hier von neuem.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Die heutige Etappe ging von M\u00fchlbach auf einer H\u00f6he von rund 800 m, nach freundlichem Abschied vom Seppi-Wirt, \u00fcber Bruneck nach Toblach und schlie\u00dflich Innichen, wo ich jetzt in einem sehr sch\u00f6nen Gasthof sitze und erst Gerstensuppe, dann Bandnudeln mit Rehragout esse, dazu erst Gew\u00fcrztraminer, dann Blauburgunder aus Bozen bzw. Magreid trinke.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Insgesamt waren 400 H\u00f6henmeter zu \u00fcberwinden, die bezogen auf die L\u00e4nge der Strecke \u00fcberwiegend nicht ins Gewicht fallen. Denn der durchgehende Radweg orientiert sich immer an einem Fluss, der Eisenbahn oder der Staatsstra\u00dfe und geht nur selten \u00fcber buckelige Seitenwege. Eine etwas spitzfindige Quelle im www weist allerdings auf, dass aber schon allein wegen dieser Abweichungen von der Ideallinie kumulativ insgesamt mehr als 700 H\u00f6henmeter zu meistern seien, da man ungewollt ebenfalls kumulativ 300 wieder abf\u00e4hrt. Auf der Strecke selbst ist diese Rechnung aber ziemlich uninteressant.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Lediglich eine darin gar nicht enthaltene Umleitung wegen Bauarbeiten am Fahrradweg hat es in sich. Schier endlos schraubt sich der Weg steil und humorlos durch einen bewaldeten Berghang. Ein mittsiebziger e-bike fahrendes Ehepaar aus Trier teilt mein Schicksal, auch sie schieben gro\u00dfe Strecken. Bergbekanntschaft f\u00fcr knapp zwei Stunden. Sie sind unterwegs von Landeck in Tirol nach Spittal im K\u00e4rnten, dann mit dem Zug nach Hause. Zu aller Erleichterung m\u00fcssen wir die auf der Umleitung erkletterten H\u00f6henmeter sp\u00e4ter nicht wieder &#8222;abgeben&#8220;, sondern landen ohne gr\u00f6\u00dfere Abfahrt oberhalb der Baustelle wieder auf dem Radweg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Das war schon hinter Bruneck und kurz bevor ich beinahe nach Arraba abgebogen w\u00e4re. Wiederum sp\u00e4ter, nach einem Blick nach links ins Antholzer Tal und einem Spaghetti-Eis in Olang unerwartet bald und leicht in Toblach angekommen. Auf der sanften Abfahrt nach Innichen erkenne ich die Hinweisschilder auf die Drauquelle nicht als solche und fahre noch einmal 3 Kilometer mit leichten Beinen zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Dennoch bin ich am fr\u00fchen Abend pl\u00f6tzlich v\u00f6llig erledigt und wohl auch von der H\u00f6he etwas beeintr\u00e4chtigt. Gott sei Dank ist mein freier Internetzugang in der Pension auf 15 Minuten begrenzt, diese Notiz verfasse ich mit der Hand beim Essen und werde sie sp\u00e4ter in den \u00c4ther jagen. F\u00fcr heute ist Schicht.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\">Die Zahlen:<\/span><\/strong><span style=\"color: #333333; font-family: 'Georgia',serif;\"><br \/>\nTageskilometer: 69,74<br \/>\nGesamtkilometer: 589,97<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag, 18. 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