{"id":122,"date":"2015-06-11T05:58:12","date_gmt":"2015-06-11T05:58:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/?p=122"},"modified":"2018-05-25T16:41:32","modified_gmt":"2018-05-25T16:41:32","slug":"tag-3-blaufelden-nach-noerdlingen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/?p=122","title":{"rendered":"Tag 3 &#8211; Von Blaufelden nach N\u00f6rdlingen"},"content":{"rendered":"<p>Samstag, 13. Juni 2015<\/p>\n<p><strong>Der Plan<\/strong><\/p>\n<p>Blaufelden nach N\u00f6rdlingen, ca. 95 km<\/p>\n<p><strong>Wie es war, was geschah<\/strong><\/p>\n<p>Crailsheim, 11 Uhr<\/p>\n<figure id=\"attachment_185\" aria-describedby=\"caption-attachment-185\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2800-e1434444775191.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-185\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2800-300x225.jpg\" alt=\"Tauberradweg, hinten Ellwangen\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-185\" class=\"wp-caption-text\">Tauberradweg, hinten Ellwangen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Heute wieder alles ganz anders, bis jetzt jedenfalls.<\/p>\n<p>Nach ausgiebigem Fr\u00fchst\u00fcck, um Frustrationen wie gestern zu vermeiden, schnurstracks auf die gut befahrene, aber doch eher ungef\u00e4hrliche B290 von Ellwangen nach Crailsheim. Dort nach 24 km angekommen und Cappuccino. Auch das Wetter und vor allem die Landschaft sind anders als im Odenwald. Nur seichte Anstiege, laue Temperaturen, der Himmel bedeckt. Ein frischer halber Westwind nimmt mich von der Seite mit in Richtung Jagst, ab jetzt Jagst-Radweg Richtung Ellwangen. So kann es weiter gehen, so bleibt das avisierte Tagesziel, N\u00f6rdlingen in Bayern, denkbar.<\/p>\n<p>Ellwangen, 13.30 Uhr<\/p>\n<p>Die letzte Bemerkung in Crailsheim muss dem Frust \u00fcber den gestrigen Tag entsprungen sein, nach zwei Stunden \u00fcber den Jagsttalradweg bin ich noch einigerma\u00dfen frisch, es ist jetzt nur eine Frage der verbleibenden Entfernung und des Gel\u00e4ndes, ob ich in N\u00f6rdlingen ankomme oder nicht. Bis jetzt wenig fotografiert, wobei man wegen Crailsheim das Fotografieren auch nicht unbedingt h\u00e4tte erfinden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Nettes Geplauder bei Nieselregen mit einem E-Bike fahrenden \u00e4lteren Ehepaar aus der W\u00fcrzburger Gegend unter dem Vordach eines Super- oder Getr\u00e4nkemarkts am Rande von Ellwangen. &#8222;Sind Sie immer mit dem Fahrrad unterwegs, das ganze Jahr?&#8220;<\/p>\n<p>In einem Fahrradladen hole ich mir Tipps f\u00fcr die Weiterfahrt nach N\u00f6rdlingen und nehme abweichend von meiner Planung eine durchgehende Landstra\u00dfe, n\u00f6rdlich entlang der in der Entfernung teils ganz ordentlich aufragenden H\u00fcgel der europ\u00e4ischen Wasserscheide. Dahinter flie\u00dft alles in Richtung Donau und dann ins schwarze Meer, auf meiner Seite alles in Richtung Rhein und Nordsee.<\/p>\n<figure id=\"attachment_188\" aria-describedby=\"caption-attachment-188\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2803-e1434445188664.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-188\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2803-300x225.jpg\" alt=\"Hinten N\u00f6rdlingen\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-188\" class=\"wp-caption-text\">Hinten N\u00f6rdlingen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Stra\u00dfe aus Ellwangen heraus bleibt der letzte und einzige nennenswerte Anstieg an diesem Tag- Ich schiebe vorsichtshalber und trete oben auch die n\u00e4chsten 30 Kilometer nur leicht in die Pedale, unterst\u00fctzt von einem flotten R\u00fcckenwind, den das angek\u00fcndigte, aber ausbleibende Unwetter \u00fcber S\u00fcddeutschland schickt. Ich z\u00e4hle Kilometer r\u00fcckw\u00e4rts bis in der Entfernung bereits die legend\u00e4re Silhouette von N\u00f6rdlingen zu sehen ist. Halleluja.<\/p>\n<p>Kurz vor Einfahrt in die Stadt verk\u00fcndet weithin sichtbar ein wirklich riesen Riesenrad nichts Gutes f\u00fcr die Zimmersuche. Ausgerechnet hier habe ich nicht reserviert. Hinter dem Baldinger Tor der Goldene L\u00f6we und der Rote Ochse. \u201eNichts mehr frei\u201c, weder im L\u00f6wen noch im Ochsen, doch Heinz, der ganz offensichtlich in die regierende Wirtinnen-Dynastie des L\u00f6wen eingeheiratet hat und im nachmittags verschlafenen Gasthaus zusammen mit Kumpels die Zeit totschl\u00e4gt, l\u00e4sst den von so weither mit dem Rad gekommenen \u201ejungen Mann\u201c nicht einfach so und mit dieser abschl\u00e4gigen Auskunft versehen wieder gehen: &#8222;<i>Ich find&#8216; Ihnen was. S&#8217;werdd nedd einfach sein, es ist Messe, aber es muss doch ein Zimmer geben.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Er f\u00fchrt mehrere Gespr\u00e4che mit Hotels, die alle mit Absagen enden, unterbrochen von langen schweigsamen Pausen, in denen er mit stoischer Ruhe im Beherbergungsverzeichnis &#8211; \u201e<i>Ich missd a&#8217;maal a paar <\/i><i>neuje\u00a0<\/i><i>hole<\/i>\u201c &#8211; bl\u00e4ttert und auch einen Mann am Tisch bittet, eine Nummer aus dem Telefonbuch zu suchen, was aber nicht so einfach ist, da in N\u00f6rdlingen das Alphabet vielleicht anders geht. Heinz telefoniert freisprechend, sein iPhone liegt vor ihm auf dem Tisch. Er spricht ein hartes Zeitlupenalbschw\u00e4bisch: &#8222;<i>Haa-loo &#8230;. Duuu&#8230;. Eee-ri-gga &#8230;&#8230;heeerst Du miii?&#8230;. Kannst mich heeeeere? Ja? &#8230;. Also. Eeeri-gga, i bins&#8216;, dr Hoins. Heerst mi, gell?&#8230;. Also, do is a Herr, woo ..<\/i>.&#8220;<\/p>\n<figure id=\"attachment_190\" aria-describedby=\"caption-attachment-190\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2807-e1434445321147.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-190\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2807-300x225.jpg\" alt=\"Das gro\u00dfe Schlafzimmer. Puh.\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-190\" class=\"wp-caption-text\">Das gro\u00dfe Schlafzimmer. Puh.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Heinz schafft es, er bringt mich privat unter. Ich war von einem Zimmer ausgegangen, residiere aber derzeit in der Einliegerwohnung von Erika M. in der Bozener Stra\u00dfe im \u201eS\u00fcdtiroler Viertel\u201c von N\u00f6rdlingen, au\u00dferhalb der Stadtmauer, jenseits des Friedhofs: gro\u00dfes Schlafzimmer, kleines Schlafzimmer, &#8211; &#8222;<i>Sie haben die Auswahl.<\/i>&#8222;- Wohnzimmer, K\u00fcche, Bad. Vorkasse versteht sich: &#8222;<i>Dann bekomme ich noch 45 Euro von Ihnen. Sie haben den Schl\u00fcssel, ich komme nicht mehr runter.<\/i>&#8220;<\/p>\n<p>Am Abend zu einer Pizza in der Stadt ein Wei\u00dfbier, dann eine Runde \u00fcber die N\u00f6rdlinger &#8222;Messe&#8220;.\u00a0\u00a0Es ist auch um 20 Uhr noch unertr\u00e4glich hei\u00df, zudem extrem laut. Schon von weitem kreischende M\u00e4dchen oder laut abgespielte Tonbandaufnahmen von kreischenden M\u00e4dchen aus Fahrgesch\u00e4ften jeder Art, beim \u00dcberschlag, beim quer Gewirbeltwerden, r\u00fcckw\u00e4rts, vorw\u00e4rts, oben, unten. Das sportplatzgro\u00dfe Bierzelt noch hei\u00dfer, noch lauter. Ma\u00dfkr\u00fcge. Eine multikulturelle Blas-, Hupf- und Singkapelle singt von jeder Art von Heimat: Bodensee, Tirol. &#8222;<i>Ein Prosit<\/i>.&#8220; &#8211; \u201e<i>Auf geht&#8217;s! Gemma<\/i>.&#8220;<\/p>\n<figure id=\"attachment_193\" aria-describedby=\"caption-attachment-193\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2843-e1434445777146.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-193\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2843-300x225.jpg\" alt=\"Das gro\u00dfe Dirndeln.\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-193\" class=\"wp-caption-text\">Das gro\u00dfe Dirndeln.<\/figcaption><\/figure>\n<p>An den Tischen vor allem die 14-bis 18-j\u00e4hrigen\u00a0M\u00e4dchen mehrheitlich in Dirndln, pickelige Streuselkuchen mit\u00a0wenig Holz vor der T\u00fcr. Ich nehme ein Wei\u00dfbier im Stehen und fotografiere in die Menge, k\u00fcnstlich-gewollte nat\u00fcrlich-urige Szenen. Das hier ist Komasaufen im Eventformat, kein Volksfest.<\/p>\n<p>Abgang, noch einmal in den L\u00f6wen, ich hatte Heinz in Aussicht gestellt, noch einmal vorbei zu kommen. Zwei Helle, keine neuen Erkenntnisse. Au\u00dfer vielleicht, dass Heinz eventuell doch der Wirt ist und die wei\u00dfgekittelte Dame mit starrem Blick auf den Boden nur die eingeheiratete Ehefrau. Daf\u00fcr spricht eine jetzt anwesende zweite und deutlich \u00e4ltere Kitteldame, die sofort als Platzhirschin zu erkennen ist und die als Mutter eher auf den Heinz hinauskommt als auf die andere Dame.<\/p>\n<p>Abgang die zweite, heim in die Einliegerwohnung. Jogis Buben schlagen Malta 7:0. Gute Nacht.<\/p>\n<p><strong>Zahlen<\/strong><\/p>\n<p>Tageskilometer: 93,84 km<br \/>\nGesamtkilometer: 262,78 km<br \/>\nFahrzeit heute: 9.30 bis 16.30 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samstag, 13. 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