{"id":117,"date":"2015-06-11T05:55:53","date_gmt":"2015-06-11T05:55:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/?p=117"},"modified":"2018-05-25T16:45:23","modified_gmt":"2018-05-25T16:45:23","slug":"tag-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/?p=117","title":{"rendered":"Tag 2 &#8211; Von (Amorbach) Walld\u00fcrrn nach Blaufelden"},"content":{"rendered":"<p>Freitag, 12. Juni 2015<\/p>\n<p><strong>Der Plan<\/strong><\/p>\n<p>Von Amorbach nach Walld\u00fcrn mit der Bahn, um Steigungen und ein paar Kilometer zu sparen. Von dort kalkulierte 75 Kilometer mit dem Rad quer \u00fcber den westfr\u00e4nkischen Odenwald nach Blaufelden.<\/p>\n<p><strong>Wie es war, was geschah<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2760-e1434178346147.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-147 size-medium\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2760-300x225.jpg\" alt=\"IMG_2760\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a>Die Radetappe zum Vergessen, ein richtiger Sch&#8230;tag. Der Abend zum Schw\u00e4rmen und Erinnern.<\/p>\n<p>Hans H. zeigt am Morgen nach dem Fr\u00fchst\u00fcck seine beeindruckende Kunstsammlung nebst eingebundenen eigenen Werken. Danach Autof\u00fchrung mit mir als nachfolgendem Radfahrer in Amorbach. Ende am Bahnhof, der um 9.20 Uhr schon unter einer schw\u00fclwarmen Sonne liegt. Klamotten runter hilft kaum, ich f\u00fchle mich schon jetzt gesotten.<\/p>\n<p>Das letzte Planm\u00e4\u00dfige an diesem Tag ist die Fahrt mit der Westfrankenbahn hinauf nach Walld\u00fcrn. Dort unklare Wegweisungen, Baustellen, Umleitungen. Einen ausgewiesenen Radweg verschm\u00e4he ich zugunsten einer vermeintlich schnelleren Linie \u00fcber die Autostra\u00dfe, die aber die falsche ist und in eine v\u00f6llig falsche Richtung f\u00fchrt. Zwei nachfolgende Kurskorrekturen gehen ebenfalls in die Hose bzw. in die Beine und aufs Gem\u00fct. Vor allem geht es von Dorf zu Dorf \u00fcber beachtlich hohe und langgezogene Buckel, nirgends Schilder in die Richtung, in die ich eigentlich will. Einige flotte Abfahrten mache ich auf gleichem Weg bergauf wieder r\u00fcckg\u00e4ngig, anfangs noch stoisch, sp\u00e4ter zunehmend zerknittert. In Erfeld und Buch bin ich zur\u00fcck auf dem vorgesehen Kurs, von den 30 Kilometern auf dem Tacho sind aber 20 Irrfahrt, faktisch habe ich seit Walld\u00fcrn kein Land gewonnen, lediglich in desolaten Zwergortschaften greise Landwirte nach dem Weg gefragt, wenn denn \u00fcberhaupt jemand anzutreffen war. In Buch immerhin der Durchbruch: Ein Mitarbeiter einer Autowerkstatt hat den totalen Durchblick und r\u00e4t zu einer Route, die jetzt und ab sofort einen Bach entlang praktisch immer bergab nach K\u00f6nigshofen an die Tauber f\u00fchrt. Unten angekommen bin ich v\u00f6llig ausgelaugt und kann und will nicht mehr. Auch weil ich wei\u00df, dass es von hier eine direkte Bahnverbindung nach Blaufelden gibt.<\/p>\n<p>Um nicht bei Kilometer 60 den Tag zu beschlie\u00dfen fahre ich noch ein St\u00fcck die Tauber flussauf. Kurz vor Bad Mergentheim wird eine Schale warme ungewaschene Erdbeeren mein sp\u00e4tes Mittagessen. Neben dem Spargelstand an der tosenden Bundesstra\u00dfe der gepolsterte Sessel eines 88-j\u00e4hrigen Nachbarn. \u201eIch wohne hier, das ist meine Unterhaltung. Was meinen Sie, wie alt ich bin?\u201c<\/p>\n<p>Ab Mergentheim, wo ich dann nach kurzem Rundgang und einer kalten Cola in die Bahn steige, von der ich schon bei km 50 tr\u00e4umte, zockelt der Zug 45 Minuten nach Blaufelden. Unterwegs nette Gespr\u00e4che mit anderen Radlern, u.a. einem Rennrad, der mir E-Bike mobbend ein paar Perspektiven und Tipps f\u00fcr morgen mit auf den Weg gibt, wenngleich er auch keinen Plan f\u00fcr die Strecke von Ellwangen nach N\u00f6rdlingen hat. Lasset uns beten, dass es morgen auf der Hohenhoher Ebene anders zugeht als im westfr\u00e4nkischen Odenwald heute Vormittag.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2790-e1434178674232.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-149 size-medium\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2790-300x225.jpg\" alt=\"IMG_2790\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a>Mit Ankunft in Blaufelden dann der v\u00f6llig andere, zweite Teil des Tages. Der vorgebuchte Gasthof Hirsch hat sich in den 30 Jahren, die ich nicht hier war, kaum ver\u00e4ndert. Helle offene Gastr\u00e4ume und die einsehbare riesige K\u00fcche im Erdgeschoss. Der Hausherr und Koch, Manfred Kurz, putzt in meditativer Ruhe Pfifferlinge.<\/p>\n<p>Mein Fahrrad kommt in einem ehemaligen K\u00fchlraum unter. Zimmer 7 ist im 2. Stock, der Weg hinauf die letzte Erinnerung an die Qu\u00e4lerei vom Vormittag. Gep\u00e4ck und Apfelschorle wiegen schwer, die Dusche baut auf. Auspacken, Ger\u00e4te laden gem\u00e4\u00df mitgebrachtem Merkzettel, was bei Hotelankunft nicht zu vergessen ist. Das Hemd vom Tage ist dran und wird handgewaschen.<\/p>\n<p>Telefonat und ich-lebe-noch-Meldung bei der Ehefrau. Ich erfahre, dass die Fu\u00dfballerinnen gegen Norwegen nur unentschieden gespielt haben. An Fernsehen war gestern nicht mehr zu denken,\u00a0\u201etoo much Ros\u00e9\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2791-e1434178803906.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-151\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2791-300x225.jpg\" alt=\"IMG_2791\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a>Dann werfe ich staunende Blicke auf die Speisekarte: ich wusste, dass hier gut gekocht wird, hatte aber nicht wirklich mit Austern, Bries, bretonischem Steinbutt und einem ausgewachsenen Feinschmeckermen\u00fc gerechnet. Ich nehme das Kalbsbries mit Spargel und Morcheln, dazu einen nicht mehr ganz jungen fr\u00e4nkischen Silvaner. Alles perfekt, aber schn\u00f6rkellos, kein Schnickschnack, nur der Geschmack von Bries, einer wunderbaren Panade, von Morcheln, Spargel, einer guten Br\u00fche, von Butter und Sahne. Dass die Morcheln so authentisch waren, dass sie noch ein wenig Sand aus der Heimat mitbrachten, war mir v\u00f6llig gleich, man h\u00e4tte satt sein m\u00fcssen von diesem Teller. Aber ich hatte ja noch den Ochsenschwanz, Kron und Gem\u00fcse. Perfekte klassische K\u00fcche, die Rotweinsauce zum Ochsenschwanz samtig gl\u00e4nzend eingekocht kurz vor Gelee, vollkommen rund, dunkelbraun. Das (der, die?) Kron rosa <a href=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2793-e1434178945378.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-152\" src=\"http:\/\/www.wolfgang-barina.de\/drau\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_2793-300x225.jpg\" alt=\"IMG_2793\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a>kurzgebraten, in Streifen geschnitten, mit grobem Salz bestreut und mit bestem Oliven\u00f6l begossen. Ich bin verbl\u00fcfft, das die Kombination mediterran mit klassischer Sauce so gut harmoniert und grunze als ich ganz zum Schluss mit dem letzten Schluck Badener Sp\u00e4tburgunder mit dem Saucenl\u00f6ffel noch eine einsame Wacholderbeere vom Teller kratzen und zerkauen darf.<\/p>\n<p>Nachtisch ist g\u00e4nzlich unm\u00f6glich, mit einer Apfelschorle verziehe ich mich gegen 22 Uhr in die Kemenate. Feierabend.<\/p>\n<p><strong>Die Zahlen<\/strong><\/p>\n<p>Tageskilometer: 69,25 km<br \/>\nGesamtkilometer: 168,92 km<br \/>\nFahrzeit heute: will ich gar nicht wissen&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freitag, 12. Juni 2015 Der Plan Von Amorbach nach Walld\u00fcrn mit der Bahn, um Steigungen und ein paar Kilometer zu sparen. Von dort kalkulierte 75 Kilometer mit dem Rad quer \u00fcber den westfr\u00e4nkischen Odenwald nach Blaufelden. 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